#savekimi in Wien

Nachdem die Kimi-Maske fertig gebastelt und der Hund gut bei den Schwiegereltern untergebracht war, machte ich  mich auf den Weg zur Burberry-Filiale in Wien, um an dem friedlichen #savekimi Protest von VIER PFOTEN teilzunehmen. Kaum dort angekommen wurde ich bereits freundlich begrüßt mit den Worten: “Super, Du hast Deine eigene Kimi-Maske mitgebracht.” Ich unterschrieb noch schnell auf dem #savekimi Banner und gesellte mich dann zu den anderen Teilnehmern vor die Burberry Filiale.

Es war nicht verwunderlich, dass ich vor Ort relativ schnell ins Gespräch kam mit vielen netten Menschen und einige Themen mich zum nachdenken bewegten. Schließlich haben wir alle dasselbe Ziel: Für eine etwas bessere Welt zu kämpfen – eine Modewelt ohne Echtpelz.

Lebt Kimi noch?
Diese Frage haben sich viele von uns gestellt. Da die jährliche Pelzernte in Finnland am 30.10. begonnen hat, denke ich ehrlich gesagt nicht, dass das der Fall ist. Es ist zwar ein furchtbarer Gedanke, das der kleine Kimi vielleicht bereits, so wie viele andere Pelztiere, sein Leben für die Mode-Industrie lassen musste, aber es gibt noch viele Pelztiere draußen in der Welt für die es sich zu kämpfen lohnt! Für mich persönlich, gibt es viele Beweggründe warum ich mir gerade diese Kampagne ausgesucht habe und dabei aktiv mitzuwirken. Vielleicht denkt der ein oder andere ja vielleicht ähnlich von Euch und lässt sich dazu begeistern ebenfalls mitzumachen?

Die Wurzel allen Übels
Der tödliche Kreislauf beginnt weder mit den Pelzfarmen, noch mit den Unternehmen die Echtpelz-Mode verkaufen. Er beginnt mit den Käufern, die es überhaupt erst ermöglichen, dass Pelzfarmen und der Verkauf von Mode mit Echtpelz rentabel ist. Jenen Menschen die sich das Fell toter Tiere um den Hals hängen oder sich von deren Pelz wärmen lassen. Sicherlich wissen viele Pelzträger, dass sie das tun, aber ich will einfach an das Gute im Menschen glauben und dass manch einer sich davon abbringen lassen würde, wenn er wüsste wie sehr die Pelztiere dafür leiden müssen.

Die Kampagne ist zwar darauf ausgerichtet Burberry zum Umdenken zu bewegen und Echtpelz aus der Produktpalette zu streichen, aber der Tierschutzverein informiert ebenso über die furchtbaren Haltungsbedingungen in Finnland. Vielleicht lässt sich der ein oder andere Pelzträger dadurch zum Umdenken bewegen.

Natürlich wäre es utopisch zu glauben, dass wir irgendwann in einer Welt leben dürfen, in der niemand mehr einen Mantel mit Fuchspelzbesatz kaufen will. Daher reicht es nicht, sich nur der Wurzel allen Übels (Käufer) zuzuwenden, sondern muss auch dafür kämpfen, dass die Symptome (Verkauf von Echtpelz-Mode) verschwinden. Das macht der Tierschutzverein meiner Meinung nach mit dieser Kampagne.

Burberry und die Mode-Unternehmen
Burberry ist nur eines von vielen Unternehmen, dass Mode mit Echtpelz verkauft, dafür aber eines mit Filialen in der ganzen Welt und einem dementsprechend hohen Bekanntheitsgrad. Ich nehme an, dass der Tierschutzverein deswegen dieses Mode-Unternehmen als Ziel für die Kampagne ausgewählt hat. Ich muss gestehen, dass ich vor dieser Kampagne auch nicht wusste, dass Burberry Echtpelz-Mode im Sortiment hat.

Durch den großen Bekanntheitsgrad von Burberry erreicht die Kampagne eine viel größere Gruppe an Menschen, als sie es bei einem kleinen Familienunternehmen tun würde, dass Echtpelz-Mode verkauft. Wenn die Kampagne irgendwann Erfolg hat und Burberry endlich pelzfrei wird, kann das auch andere Unternehmen zum Umdenken bewegen.

Pelzfarmen in Finnland
Während der Protest-Aktion habe ich mich auch mit einigen Teilnehmern über dieses Thema unterhalten und möchte Euch meine Gedanken dazu nicht vorenthalten. Man könnte vor Ort die Tiere versuchen zu befreien. Aber was bringt das? Große Pelzfarmen würden das finanziell überleben und das Spiel geht von vorne los. Man würde zwar den Füchsen vielleicht die Freiheit schenken, aber wären die dort in Gefangenschaft “aufgewachsenen” Tiere tatsächlich noch dazu in der Lage in Freiheit zu überleben? Selbst wenn, welche Auswirkungen hätte es auf das Ökosystem vor Ort? Würde eine so große Anzahl an Füchsen nicht das Gleichgewicht stören und so letztendlich auch wieder dazu führen das sie leiden müssen, weil sie z. B. ihre eigene Nahrungsquelle ausrotten (und somit den dort heimischen Tieren Leid zugefügt wird!) und verhungern?

Protestaktionen vor Ort halte ich auch für eine weniger effektive Methode. Die Teilnahme würde durch die Örtlichkeit begrenzt, denn sein wir ehrlich: Wie viele Tierschützer würden aus Europa oder der ganzen Welt dafür nach Finnland reisen (können)? Würde die lokale Presse über solch eine Aktion in Finnland berichten? Höchstens als kleine Randnotiz.

Daher bin ich der Meinung, dass der Tierschutzverein VIER PFOTEN den richtigen Weg eingeschlagen hat und bleibe bis zum (hoffentlich eintreffenden) Happy End dabei.

Geschäftsführung verweigert Gespräch
Da Burberry auch in dieser Woche dem Tierschutzverein gegenüber wieder erklärt hatte, dass das Unternehmen nicht auf Pelz verzichtet, wollte VIER PFOTEN auch der Wiener Burberry Geschäftsführung einen symbolischen Scheck über 40.000 Euro überreichen. Die Geschäftsführerin ließ jedoch nur über das Sicherheitspersonal ausrichten, dass sie zu keinem persönlichen Treffen bereit sei und die Annahme eines symbolischen Schecks und eines Banners mit Botschaften von den Unterstützern verweigere.

Das Verrückte Hundsviecherl vor Ort
Während den zum Nachdenken anregenden Gesprächen habe ich natürlich immer brav meine Kimi-Maske getragen und fleißig Info-Postkarten verteilt. Zeitgleich konnte ich mich dabei auch meinem kleinen Hobby “Verhaltensstudie Mensch” widmen. Beim Verteilen der Info-Karten lag die Annahme-Quote bei fast 100%, wenn sie an vorbeigehende Passanten vergeben wurde die mich entweder direkt ansahen, auf die Karten in meiner Hand oder wenn sie den Blick erst kurz bevor sie an mir vorbeigingen abwendeten.

Die zwei Stunden vor Ort vergingen wie im Flug und auch wenn Burberry uns im Prinzip vor Ort ignoriert hat, haben wir etwas erreichen können. Es wissen jetzt mehr Menschen in Wien Bescheid über die Kampagne und das Leid von Kimi sowie seinen Artgenossen als gestern. Wer weiß, wenn diese es ihren Freunden erzählen und ihre Freunde wiederum ihren Freunden, sind beim nächsten Mal vielleicht noch mehr Tierfreunde dabei?

Weitere Links zum Thema pelzfrei:
Pressetext von VIER PFOTEN
Die Pelzblase ist geplatzt
Anti-Pelz Versprechen Peta

 

 

Piri

Medieninhaberin bei Verrücktes Hundsviecherl
Derzeit lerne ich im Lehrgang von Sheila Harper alles was man über das Training mit Hunden wissen sollte und lasse mich zusätzlich noch via Fernstudium zur Hundetrainerin und Verhaltensberaterin für Hunde ausbilden. Das Wichtigste im Leben sind für mich Tiere, aber vor allem natürlich mein Mann, unsere Mischlingshündin und unsere Katze.
Sonstige Interessen: Kreativ sein (schreiben, fotografieren, malen, ...) und diverse Hundebücher/-magazine lesen.

... und pssst! Manchmal bin ich mit Marzipan bestechlich. ;-)

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